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Mining und Steuern: Ab wann ist Mining gewerblich?

Was ist Mining?

Mining (deutsch: „schürfen“) beschreibt einen Prozess, der zur Verarbeitung, Sicherung und Synchronisierung von Transaktionen verwendet wird. Ein solcher Prozess ist notwendig, um die dezentrale Blockchainarchitektur aufrechtzuerhalten. Für den Miningprozess wird allerdings Rechenleistung benötigt, weshalb hierbei hohe Stromkosten anfallen. Damit sich das Mining rentiert und ein Anreiz dafür geschaffen wird, werden die Miner durch Auszahlung einer Vergütung belohnt. Hierbei ist das populärste Beispiel das Schürfen von Bitcoins (BTC). Die Miner bekommen für ihre erbrachte Rechenleistung als Belohnung Anteile von BTC. Je mehr Rechenleistung aufgewendet wird, desto höher fällt auch die Belohnung aus.

Welche Miningformen gibt es?

Die Besteuerung von Mining hängt unter anderem von der konkreten Miningform ab. Deshalb ist ein Überblick über die unterschiedlichen Miningformen sinnvoll.

  • Solo-Mining

Das Solo-Mining beschreibt den Miningprozess mittels eigener Hardware. Dieser Miningvorgang wird meist von größeren Unternehmen genutzt. Auch Einzelpersonen können grundsätzlich das Solo-Mining nutzen. Die Kosten für die Hardware sind allerdings in den meisten Fällen bereits so hoch, dass die Belohnungen durch das Mining nicht genügen, um ein profitables Geschäft aufzubauen.

  • Pool-Mining

Für das Pool-Mining schließen sich eine Mehrzahl von Minern zu einem Miningpool zusammen. Durch das Verknüpfen ihrer Hardware erzielen sie eine höhere Rechenleistung. Die höhere gebündelte Rechenleistung führt zu einer höheren Wahrscheinlichkeit der Blockfindung und damit auch einer Miningbelohnung.

  • Cloud-Mining

Das Cloud-Mining hat den Vorteil, dass keine eigene Hardware notwendig ist. Die benötigte Rechenleistung für das Mining wird bei einem Cloudanbieter entweder gekauft oder gemietet.

Welche Steuern fallen beim Mining an?

Personen, die nur gelegentlich Mining von Kryptowährungen betreiben, müssen ihre Gewinne als Einkünfte aus sonstigen Leistungen (§ 22 Nr. 3 EStG) versteuern. Steuern für die Miningbelohnungen fallen aber erst dann an, wenn die Freigrenze von 256 Euro im Kalenderjahr überschritten wird. In der Regel dürfte jedoch durch das gelegentliche Mining diese Freigrenze schnell überschritten sein, weshalb ein gewerbliches Mining vorliegt. Eine gewerbliche Tätigkeit betreibt, wer nachhaltig, selbstständig und mit Gewinnabsicht am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt. In diesem Fall sind die Einkünfte aus dem Mining Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG). Dafür sind keine allzu hohen Anforderungen zu stellen. Denn unter Umständen handelt man schon gewerblich, wenn man seine Hardware auf Dauer für das Mining verwendet und dabei Gewinne erzielen will. Deshalb kann unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Gewerbesteuer anfallen. Die Kosten für das Mining der Kryptowährungen sind allerdings als Betriebsausgaben abzugsfähig.

Steuerliche Besonderheiten beim Cloud-Mining

Für gewerbliches Handeln ist eine selbstständige Tätigkeit nötig. Das dürfte bei den meisten Cloud-Mining-Angeboten zu verneinen sein, da der Cloud-Miner oftmals keinen Zugriff auf die Hardware hat. Es ist dem Cloud-Miner auch in der Regel nicht möglich, Einstellungen vorzunehmen oder nach seinem Belieben zu entscheiden, welche Kryptowährung geschürft werden soll.

Liegt kein gewerbliches Mining vor, kommt allerdings eine Versteuerung wegen Einkünften aus sonstigen Leistungen (§ 22 Nr. 3 EStG) in Betracht. Maßgebende Bedeutung bei der Besteuerung von Mining hat also die Frage, ob eine Tätigkeit in einem gewerblichen Ausmaß ausgeübt wird oder nicht.

Individuelle steuerliche Beratung beim Mining sinnvoll

Ob beim Mining gewerbliche oder sonstige Einkünfte vorliegen, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Es ist deshalb ratsam, ihr individuelles Anliegen von einem Rechtsanwalt oder Steuerberater prüfen zu lassen. Unser ACCOINTING-Tool eignet sich ebenfalls, um Sie bei der Erstellung Ihrer Steuererklärung mit Kryptowährungen zu unterstützen.


Rechtsanwalt Philipp Hornung hat sich auf die Bereiche kryptografische Währungen und Blockchaintechnologie spezialisiert. Er betreut gewerbliche und private Mandanten im Steuerrecht der Kryptowährungen. Neben seiner beratenden Tätigkeit vertritt er die steuerlichen Interessen von Mandanten in Einspruchsverfahren und vor Finanzgerichten. Die Kanzlei WINHELLER berät seit 2013 sowohl private Kryptoinvestoren als auch Unternehmen und hat sich damit als Pionier in der deutschen Kryptosteuerszene positioniert.

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