PayPal, Mastercard und VISA steigen ins Kryptogeschäft ein – Steuerliche Risiken beim Bezahlen in Kryptowährungen beachten!

Immer mehr große Unternehmen möchten in den Kryptomarkt einsteigen. Die Kreditkartenanbieter Mastercard und VISA wollen noch 2021 das eigene Bezahlsystem für Kryptowährungen öffnen. Der Onlinedienstleister PayPal hat bereits für den amerikanischen Markt den Bitcoin auf seiner Plattform integriert. Damit ist es den Nutzern zukünftig (bzw. teilweise schon jetzt) möglich, Kryptowährungen über diverse Zahlungsdienstleister zu kaufen und auch mit ihnen Geschäfte über Waren oder Dienstleistungen abzuschließen.

Für die generelle Akzeptanz von Kryptowährungen in der Gesellschaft und auch die Förderung neuer innovativer Technologien mag diese Entwicklung zu begrüßen sein. Allerdings sind erhebliche steuerliche Risiken für die Nutzer zu befürchten.

Drohende versteckte steuerliche Risiken für Nutzer

Erfahrene Kryptoinvestoren dürften mittlerweile bezüglich der steuerlichen Beurteilung von Kryptowährungen sensibilisiert sein. Für die breite Masse hingegen, die durch die geplanten Vorhaben von PayPal, VISA und Mastercard erstmals mit Kryptowährungen in Berührung kommen und diese über die genannten Plattformen als Zahlungsmittel verwenden, könnte sich quasi unbemerkt ein Steuerchaos anbahnen.

Bezahlung in Kryptowährungen: Steuerpflichtiges privates Veräußerungsgeschäft

Unabhängig davon, ob Kryptowährungen bei den gängigen Handelsplattformen wie eToro, Binance, Kraken und Co erworben werden oder in Zukunft via PayPal, VISA oder Mastercard gekauft werden, kann dies im Einzelfall eine Steuerpflicht auslösen. So fällt der Handel mit Kryptowährungen unter die Regelung des § 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG (sog. Spekulationsgeschäft). Dies hat zur Folge, dass jeder Verkauf von Kryptowährungen innerhalb eines Jahres steuerpflichtig ist, wenn in diesem Zeitraum eine gewinnbringende Veräußerung stattgefunden hat.

Eine gewinnbringende Veräußerung liegt überraschenderweise ebenfalls vor, wenn man seine über PayPal, VISA oder auch Mastercard gekauften Kryptowährungen dafür benutzt, Waren und Dienstleistungen zu erwerben und dadurch ein Gewinn entsteht. Rechtlich gesehen handelt es sich bei dem Erwerb einer Ware mittels Kryptowährung um ein Tauschgeschäft. Dieser Tausch wird genauso wie ein Verkauf der Kryptowährung behandelt. Auch hier führen die Gewinne innerhalb eines Jahres zu einem steuerpflichtigen privaten Veräußerungsgeschäft nach § 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG.

Steuerfrei sind hingegen nur solche Geschäfte, die nach Ablauf der einjährigen Haltefrist seit Erwerb der Kryptowährung geschlossen werden oder deren Gewinn unter 600 Euro liegt.

Angaben in Steuererklärung und genaue Dokumentation erforderlich

Sowohl der gewinnbringende Verkauf innerhalb eines Jahres als auch der gewinnbringende Tausch von Kryptowährungen gegen Waren und Dienstleistungen stellen einen steuerlichen Vorgang dar, der im Rahmen der Steuererklärung angegeben werden muss. Dessen ist sich der durchschnittliche Nutzer in der Regel ganz sicher nicht bewusst, erst recht nicht, wenn er beispielsweise via PayPal eine Ware oder Dienstleistung mit Kryptowährungen bezahlt.

Der Endverbraucher sollte jedoch dringend darauf achten, jeden Veräußerungsgewinn gegenüber der Finanzbehörde anzuzeigen. Dies erfordert eine genaueste Dokumentation eines jeden Kauf-/Verkauf- und Tauschgeschäfts. Anderenfalls wird im Zweifel die Besteuerungsgrundlage durch das Finanzamt geschätzt, was sich negativ auf die Steuerlast auswirken kann. Zudem kann schnell eine Steuerhinterziehung beim Verschweigen von steuerlichen Vorgängen im Raum stehen. Die Nachverfolgung der steuerlichen Vorgänge in Bezug auf Kryptowährungen ist aufgrund der vorhandenen Blockchainstruktur im Nachhinein genauestens möglich. Dafür hat die Finanzbehörde im Falle einer Steuerhinterziehung ganze zehn Jahre Zeit.

WINHELLER steht Ihnen zur Verfügung

Kryptowährungen werden also in Zukunft auch für die meisten Teile der Bevölkerung eine Rolle spielen. Wir beraten Sie gerne im Hinblick auf die Besteuerung von Kryptowährungen und helfen Ihnen bei der Erstellung Ihrer Steuererklärung, damit auch Sie ohne Probleme mit der Finanzbehörde von den neuesten Entwicklungen im Bereich der Kryptowährungen profitieren können.


Rechtsanwalt Philipp Hornung hat sich auf die Bereiche kryptografische Währungen und Blockchaintechnologie spezialisiert. Er betreut gewerbliche und private Mandanten im Steuerrecht der Kryptowährungen. Neben seiner beratenden Tätigkeit vertritt er die steuerlichen Interessen von Mandanten in Einspruchsverfahren und vor Finanzgerichten. Die Kanzlei WINHELLER berät seit 2013 sowohl private Kryptoinvestoren als auch Unternehmen und hat sich damit als Pionier in der deutschen Kryptosteuerszene positioniert.

Related posts

Verluste aus Bitcoin und anderen Kryptowährungen in Steuererklärung angeben
Nachdem sich der Kurs eines einzigen Bitcoins Ende 2017 auf fast 20.000 US-Dollar katapultiert hatte, folgte eine...
September 18, 2020
Erste Schritte: Ein grundlegender Leitfaden für die Nutzung
Learn the basics to help you get started. Select your tax plan, Import/manage your transactions,...
December 3, 2021
Kryptowährungssteuern in Deutschland schnell, präzise und einfach gemacht
Wir sind stolz darauf, unsere Partnerschaft mit dem Krypto-Rechts- und Steuerexperten WINHELLER Rechtsanwaltsgesellschaft mbH bekannt...
June 23, 2020